Impffortschritt aktuell

Erste Impfung bis Booster: Impfquoten für Deutschland und die Bundesländer

Der Impfmonitor zeigt, wie Deutschland und die Bundesländer beim Impfen gegen Corona vorankommen, den Impffortschritt nach Alter, die Impfstoffe – und wie es im internationalen Vergleich aussieht.

Impffortschritt in Deutschland
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Stand: 03.05.

In Deutschland sind mittlerweile rund 0 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Das heißt aber auch, rund 83 Mio. Menschen sind zurzeit noch ungeimpft (100 Prozent). Allerdings sind darunter nicht nur Impfskeptiker. Vor allem Kinder unter 12 Jahren konnten bis Mitte Dezember noch nicht geimpft werden. Mittlerweile sind auch Impfungen für Fünf- bis Elfjährige zugelassen.

Damit bleiben insgesamt rund 79 Mio. Ungeimpfte, für die das Impfen generell in Frage kommt (noch 95 Prozent der Bevölkerung). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bei den Kindern unter 12 Jahren Impfungen ausdrücklich für solche mit Vorerkrankungen und für andere in dieser Altersgruppe nach individueller Aufklärung. Für Jugendliche und Erwachsene gibt es aber nur sehr wenige Gründe, die einer Corona-Impfung dauerhaft im Weg stehen, wie seltene Allergien gegen Bestandteile der Impfstoffe.

Seit Ende 2020 wird hierzulande geimpft. Es ist die größte Impfaktion, die es je in Deutschland gab. Das Ziel: zunächst der individuelle Schutz vor einer schweren Covid19-Erkrankung und schließlich die Ausbreitung des Virus weitgehend zu stoppen. Wie viele Menschen dafür durchgeimpft oder durch eine Corona-Infektion immunisiert sein müssten, ist noch nicht abschließend erforscht und ändert sich mit den Varianten des Virus. Schätzungen reichen mittlerweile bis zu mehr als 90 Prozent der Bevölkerung für die sogenannte Herdenimmunität. Dann ginge die Pandemie vorbei.

Hospitalisierungen: So schützen Impfungen vor schweren Verläufen

Die Grafik zeigt die wöchentlichen Inzidenzen der symptomatischen und hospitalisierten COVID-19-Fälle - nach Impfstatus und Alter. Das RKI berechnet diese Inzidenz unter Grundimmunisierten (geimpft), Personen mit Auffrischimpfung (geboostert) und Ungeimpften getrennt. Daten: RKI

Eine Impfung verringert zwar das Risiko deutlich, schützt aber nicht zwingend vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Insbesondere durch die Omikron-Variante ist mit Rekordzahlen bei den Neuinfektionen auch die Zahl der Impfdurchbrüche gestiegen. Doch Impfungen schützen vor allem individuell vor schwereren Verläufen. Ungeimpfte haben ein deutlich höheres Risiko, wegen Corona ins Krankenhaus zu müssen. Das zeigt der Vergleich der Hospitalisierungsinzidenzen von Grundimmunisierten (geimpft), Geboosterten und Menschen, die bislang noch nicht geimpft sind. Die Auswertung macht zugleich deutlich, wie wichtig die Booster-Impfung ist.

So wird die Booster-Lücke geschlossen

Der gelbe Bereich in der Grafik zeigt, wie viele Menschen derzeit eine Auffrischungsimpfung (Booster) laut STIKO-Empfehlung benötigen. Erstimpfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zählen hier nicht als Grundimmunisierung.
Daten: Digitales Impfquotenmonitoring des RKI
NaN Mio. Geimpfte
benötigen noch einen Booster
NaN% der Bevölkerung
mit empfohlenem Impfschutz

Der Impfschutz lässt bei allen Mitteln nach. So besteht für weniger Menschen der empfohlene Impfschutz, als die Quote der Grundimmunisierten (zuvor "vollständig Geimpften") zeigt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt generell eine Auffrischung (Booster-Impfung) mit einer dritten Dosis mittlerweile schon nach drei Monaten für alle ab 18 Jahren. Bei vielen ist die Zweitimpfung mittlerweile länger her. So klaffte im vergangenen Herbst eine riesige Booster-Lücke (gelber Bereich), die mit einem Impfsprint im November und Dezember zum großen Teil geschlossen wurde. Bislang wurde bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson eine Dosis als Grundimmunisierung anerkannt. Nun benötigen sie einen zweiten Piks mit einem mRNA-Impfstoff für diesen Status.

Impfquoten nach Alter: So sind Jüngere und Ältere geschützt

Anteil geimpfter Menschen nach Altersgruppen im Bundesländervergleich, Quelle: RKI, Stand: 03.05.
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Hinweis, Werte über 100 Prozent: Die Zuordnung zu einem Bundesland erfolgt anhand des Ortes der Impfung. Da in einigen Bundesländern (z.B. Bremen) auch Leute geimpft werden, die nicht dort wohnen, können Impfquoten von über 100 Prozent entstehen.

Da es zum Start der Impfkampagne nicht gleich genügend Impfstoffe für alle gab, wurden Ältere Anfang 2021 zunächst beim Impfschutz vorgezogen - insbesondere Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen. Im Verlauf der Pandemie waren sie bis zur dritten Welle besonders gefährdet. Die Impfstoffe kamen für die Älteren rechtzeitig. Mit Impfungen war bei ihnen die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesunken, wie die Auswertung der Inzidenzen nach Alter zeigt. Nach dem Sommer 2021 haben Infektionen vor allem jüngere Jahrgänge getroffen, die sich erst spät impfen lassen konnten und dazu besonders viele soziale Kontakte haben: die Kinder im Schulalter.

Impfkalender: Tägliche Impfdosen im Zeitverlauf

Vom RKI gemeldete Impfungen pro Tag und Kalenderwoche seit Jahresbeginn in ganz Deutschland, Stand: 03.05.
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Das große Impfen war in Deutschland Anfang 2021 schleppend angelaufen – und die Impfstrategie der EU-Länder und ihrer Regierungen stand in der Kritik: Zu wenig Impfstoff zum Start, zu späte Bestellung und Zulassung, zu schlechte Vorbereitung, zu knausrig beim Einkauf, lauteten die Vorwürfe. Aber Deutschland holte kräftig auf, insbesondere nachdem die Impfpriosierung gefallen war: In den Impfzentren bildeten sich im Juni lange Schlangen von Impfwilligen, in den Praxen wurden Wartelisten abgearbeitet. Mit dem Ende des Sommers geriet die Impfkampagne ins Stocken und kam erst mit den Boosterimpfungen Ende 2021 wieder in Fahrt, allerdings auch nur größtenteils dadurch. Der Anteil der Ungeimpften bleibt weiter hoch.

Wann welcher Impfstoff verabreicht wurde

Anzahl verabreichte Impfdosen pro Hersteller und Monat: RKI

Verimpft wurde von Anfang an hauptsächlich das Vakzin Comirnaty von Biontech/Pfizer. Dass es für viele auch die erste Wahl bei Boosterimpfungen war, führte zu einem kurzzeitigen Engpass. Allerdings konnte dieser durch Vorräte des Impfstoffs von Moderna ausgeglichen werden. Beide mRNA-Impfstoffe gelten als gleichwertig. Die vektorbasierten Vakzine von Johnson & Johnson und Astrazeneca spielen mittlerweile hierzulande keine Rolle mehr. Mit Novavax kam Ende Februar 2022 ein fünfter Impfstoff in Deutschland an den Start, der eigentlich einige Impfskeptiker überzeugen sollte. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff. Diese Technologie wird seit Langem bei Vakzinen etwa gegen Grippe oder Hepatitis angewendet. Doch die Nachfrage blieb bislang eher gering.

Der Impffortschritt weltweit - und was wo verimpft wird

Die Karte zeigt die Anzahl verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner*innen im internationalen Vergleich und welche Impfstoffe in den Ländern im Einsatz sind, Quelle: Our world in data
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Nirgendwo wurde Anfang 2021 schneller geimpft als in Israel. Ein zeitiger Einkauf und ein stark digitalisiertes Gesundheitswesen machten es möglich. Doch nach anfänglicher Euphorie stagniert die Impfquote der vollständig Geimpften seit Sommer 2021 bei etwa zwei Drittel Bevölkerung. Viele Länder haben Israel mittlerweile eingeholt und überholt, auch Deutschland. Dass Kuba bei Impfdosen pro 100 Einwohner*innen mittlerweile ganz oben auf der Liste steht, liegt an einem eigenen Impfstoff, der bereits für die Grundimmunisierung dreimal verabreicht wird.

Mit der fortschreitenden Pandemie beschleunigte sich auch das weltweite Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Russland hat als erstes Land der Welt bereits im August 2020 „Sputnik V“ zur breiten Anwendung zugelassen – begleitet von Kritik am abgekürzten Zulassungsverfahren. Ende 2020 bekam schließlich Comirnaty von Biontech/Pfizer die erste Zulassung nach westlichen Standards.

Auch China und Indien hatten früh eigene Vakzine am Start. Und weitere werden folgen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listete Mitte April 2022 insgesamt 349 Impfstoff-Projekte weltweit auf. Die Impfstoffe, die bereits auf dem Markt sind, wurden zunächst in den reicheren Ländern verabreicht. Dagegen blieb Afrika lange vielerorts noch immer ein weißer Fleck und hinkt noch immer hinterher.


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