Inzidenz, Impfung, Intensivbetten: Corona-Zahlen: Wie heftig ist die Omikron-Welle im Zeitvergleich?

Omikron sorgt für Rekordzahlen bei den Neuinfektionen, allerdings bei milderen Verläufen. Vergleichen Sie die aktuellen Werte zu Inzidenzen, Intensivbetten und Todesfällen mit den Meldungen vor genau einem Jahr – oder wählen Sie jeden beliebigen Zeitraum.

Corona-Indikatoren
Anzahl Neuinfektionen pro 100.000 EW in 7 Tagen
Ganz Deutschland
Vergleichszeitraum
Impfquote (Erstimpfung)

Die erste Omikron-Welle hatte Deutschland mit voller Wucht getroffen. Im Januar meldete das Robert-Koch-Institut erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen an einem Tag in ganz Deutschland. Zwei Monate später wurde diese Zahl nochmals übertroffen. Der 25. März markiert mit mehr als 250.000 Infektionen den vorläufigen Höhepunkt. Die Inzidenz lag an diesem Tag bundesweit bei 1.758 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen innerhalb einer Woche – und fiel damit 1257 Prozent höher aus als genau ein Jahr zuvor.

Als noch die Delta-Variante die Pandemie bestimmte, war Ende November die Inizidenz-Marke von 400 erstmals durchbrochen worden. Nach einem Höhepunkt Anfang Dezember (Inzidenz von 443) ebbte diese vierte Welle ab, auf Werte leicht über der 200er-Marke. Doch Omikron machte Hoffnungen auf eine weitere Entspannung der Lage zunichte. Die neue Variante gilt als 2,5- bis 3,5-mal infektiöser als Delta.

7-Tage-Inzidenz weiter wichtiges Maß

Die Omikron-Variante hat die Aussagekraft der 7-Tage-Inzidenz verändert. Denn allein durch die aktuell bestätigten Corona-Fallzahlen und Inzidenzwerte ist die Lage nicht mit den Coronawellen zuvor vergleichbar. Die anderen Virus-Varianten, Antigen-Schnelltests und die Impfungen verzerren den Vergleich. Und Omikron sorgt Studien zufolge für mildere Verläufe. Dennoch gibt die Inzidenz weiter wichtige Hinweise über das Ausmaß der Pandemie, wenn weitere Faktoren betrachtet werden.

So hat die Krankheitslast durch Covid-19 in Deutschlands Kliniken und auf den Intensivstationen nach Delta abgenommen. Die Grafik zeigt zur besseren Einschätzung des Corona-Geschehens neben der Inzidenz auch die gemeldeten Todesfälle und Zahl der Covid-19-Patient*innen auf Intensivstationen. Hinzu kommt bei allem drei Indikatoren der bundesweite Anteil der Geimpften an der gesamten Bevölkerung. So legten die Neuinfektionen im 365-Tage-Vergleich am 25. März zwar um 1257 Prozent zu, die Zahl der gemeldeten Todesfälle stieg jedoch in diesem Zeitvergleich nur um 20 Prozent.

Omikron als Ticket aus der Pandemie?

Omikron hat mildere Krankheitsverläufe zu Folge. Durch die Impfungen und den vielen bereits durchgemachten Infektionen belasten hohe Fallzahlen insbesondere die Intensivstationen weniger stark. Andererseits kann allein die schiere Masse an Infektionen die Krankenhäuser an den Rand der Belastungsgrenze bringen. Für das Krankenhauspersonal ist es aufwendiger, sich um Corona-Positive zu kümmern. Sie müssen sie etwa von anderen Erkrankten isolieren. Das kann zu räumlichen Engpässen und verschobenen Operationen führen. Infizieren sich die Angestellten durch die vielen Corona-Kontakte mangelt es an Personal.

Es gibt zugleich auch die Hoffnung, dass Omikron das Ende der Pandemie einleiten könnte – hin zu einer endemischen Lage. Endemisch bedeutet zwar nicht, dass das Virus verschwinden wird. Corona würde immer noch in epidemischen Wellen auftreten, aber das Gesundheitssystem nicht mehr insgesamt überlasten. Ein relativ normaler Alltag wäre möglich – wie bei einer Grippewelle.



Datenquellen: Robert Koch-Institut und DIVI-Intensivregister
Werte basieren auf den Meldeständen am jeweiligen Tag
Diesen Artikel teilen:
Funke Interaktiv Logo
Ein Projekt des Interaktiv-Teams der Funke Mediengruppe.
Weitere Anwendungen des Teams finden Sie in unserem Portfolio. Haben Sie Anmerkungen oder einen Fehler entdeckt? Wir freuen uns über Ihre Mail.
Gifhorner Rundschau, 15.11.2021
Impressum / Datenschutz
Lesen Sie weiter
So breitet sich das Coronavirus aus
Der Coronavirus-Monitor zeigt die aktuellen Zahlen in Deutschland, Europa und weltweit auf einer interaktiven Karte.
Zum Artikel
Weitere Arbeiten zum Thema
Die Lage auf den Intensivstationen
Der Klinik-Monitor zeigt, in welchen Kliniken die COVID-19-Patienten behandelt werden und die aktuelle Auslastung der Intensivstationen.
Corona-Inzidenz nach Alter – aktuell und im Zeitverlauf
Wie stark infizieren sich Kinder im Vergleich zu Alten? Welche Altersgruppe hat die höchste Inzidenz? Die Corona-Gefahr nach Alter – mit interaktiver Karte.